Drei Worte: Detlef - D! - Soost. Diese Worte sagen: Tanztitan, Wille, Muskelberg. Und wenn sie das nicht mitteilen, dann Folgendes: Dieter-Bohlen-Äquivalent der ProSieben-Castingshow „Popstars", Tanzlehrer und Choreograf mit mehr als 100 eigenen Tanzschulen und Teil des Promi-Pärchens Kate Hall/Soost. Dieser Mann tritt heute bei „Schlag den Star" an - der „kleinen Schwester von Schlag den Raab", wie Moderator Matthias Opdenhövel das Format nennt.
Für D! geht es um die Ehre und um sein Image. Schließlich ist er berüchtigt dafür, Mädchen und Jungs im Auftrag Pro7s zu quälen bis die Tränen kommen. Bei Popstars ist er mal wohlmeinender Mentor, dann Fitness-Trainer der härteren Sorte oder auch böses Jury-Mitglied. Sein Lieblings-Claim, geht bei den Kandidaten gar nichts mehr: „Pam pam pam!" Jetzt soll er zeigen, dass auch er „pam pam pam" kann - und zwar gegen Oliver, 31, der hauptberuflich Baumhäuser baut. Das allein ist sympathisch, den Rest der Publikumszuneigung verdient er sich durch grundsolides Auftreten und lustige Sprüche. Auf die Frage, wie es eigentlich zu seinen Vor-Baumhaus-Karrieren kam - erst arbeitete er im Bereich Medien, später studierte er an der Sporthochschule Köln - erwidert er: „Ich sag nur: Vom Metzger zum Moderator."
Richtig, Raab ist ja gelernter Metzger, und selbstverständlich mit von der Partie. Er darf im schwarzen Ledersessel das Geschehen kommentieren und als Joker für Oliver auf seinen Einsatz warten. Das ist neu bei „Schlag den Star": Stefan unterstützt den „normalen" Kandidaten in einem Spiel, das dieser auswählt. In einem Vorab-Interview mit ProSieben erklärte D!, dass er sich darauf besonders freue und auf eine körperliche Herausforderung hoffe. So viel sei verraten: Es wird anders kommen.
Aber schön der Reihe nach. Spiel eins von insgesamt neun ist ein Augenschmaus: Soost und Oliver müssen im Hamsterrad 25 Umdrehungen erlaufen, entscheiden sich aber beide unabhängig voneinander dafür, das Ganze lieber mit Purzelbäumen zu bewältigen. Ja, gut, so dreht es sich auch. Raab lacht sich kaputt und ganz ehrlich: Es ist unfassbar lustig. D! startet und legt eine miese Zeit vor - Raab: „Ich glaube, technisch kann man das nicht schlechter machen." Danach darf Oliver, und obschon es keine Technik-Verbesserungen zu sehen gibt, überschlägt er sich schlicht schneller. Eins zu null für Oliver. Spiel zwei geht an D!, er vertraut beim Punkte auf krabbelnden Marienkäfern zählen einfach auf die hohe Fehlerquote seines Kontrahenten.
Weiter geht es mit Klettern. 25 Meter an einer Hausfassade empor. Soll jetzt mal Stefan einspringen? Nein, Oliver wollte das schon immer mal probieren. Hamsterrad laufen übrigens auch. Sei's drum, er legt gut vor und klettert D! auf den ersten Metern davon. Dann aber findet er oben angekommen die zu läutende Glocke nicht und steckt Niederlage zwei gegen den kräftigen Soost ein. Bloße Muskelstärke wird D! in Runde vier aber nicht weiterbringen. Es ist Quiz-Zeit. Abgefragt werden vier Themengebiete (Politik, Geografie, Sport, Kunst, Wissenschaft). Wer zuerst drei Themen erobert, gewinnt. Auf dem Bildschirm erscheinen die Spielfortschritte in Form von farbigen Balken: blau für Oliver, rot für Detlef. Und auf einmal sieht man nur noch ... blau. Sieg für Oliver, der hat wohl mal irgendwann einen Atlas studiert und Zeitung gelesen.
Noch besser sieht es nach Spiel fünf aus. Fußball? Kein Ding! Oliver ist nebenbei Spielertrainer beim TSV Solln. Während der vier Minuten Kicken schießt er sieben, D! nur fünf Tore. Jetzt muss Raab ran, die Regularien wollen es so: Spätestens in Spiel sechs muss er als Joker auftreten. Die Disziplin: Wurst schneiden. Seine Metzgerlehre hilft Raab leider nicht, es ist ein „Psycho-Spiel" (Raab) - wer fünf Mal das schwerere Stück der Wurst abschneidet, gewinnt. Wer keine mehr übrig hat, verliert automatisch. Um es kurz zu machen: D! versteht das Spiel zu spät und verliert. Mit diesen sechs Punkten wird Spiel sieben für Lockenkopf Oliver zum Matchball-Spiel - mit 23 von 45 erreichbaren Punkten hätte er gewonnen.
Also auf zum Tretauto fahren. Dem Finale. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Oder auch nicht. Denn „Schlag den Star" ist keine Live-Show und der geneigte Zuschauer hat natürlich längst kapiert, dass die verbleibenden zehn Minuten Sendezeit kaum für zwei weitere Spiele ausreichen werden. Ergo: Oliver fährt schneller und gewinnt 50.000 Euro. Aber selbst, wenn die Spannung am Ende fehlte: So viel Freude hat eine Raab-Produktion lange nicht mehrgemacht. Die nächste Episode - dann mit Mike Krüger - kann getrost wieder eingeschaltet werden.
Bilder: ProSieben

