Lost

Was hat es wirklich mit dieser Insel mitten im Pazifik auf sich? Warum sind Jack (Matthew Fox), Kate (Evangeline Lilly), Charlie (Dominic Monaghan), Sawyer (Josh Holloway) und all die anderen Überlebenden des Oceanic-Airlines-Fluges 815 wirklich dort gelandet?

Inhalt:

Eines sei vorweggenommen: Auch Season drei wird die entscheidenden Fragen, die den treuen Zuschauer seit der ersten Folge beschäftigen, nicht beantworten. Was zu erwarten war, denn die Kult-Serie lebt von der absoluten Ungewissenheit, von der Hoffnung auf (Er-)Lösung, von der Obsession, das alles verstehen zu wollen - und von vielen Fragezeichen. Was hat es wirklich mit dieser Insel mitten im Pazifik auf sich? Warum sind Jack (Matthew Fox), Kate (Evangeline Lilly), Charlie (Dominic Monaghan), Sawyer (Josh Holloway) und all die anderen Überlebenden des Oceanic-Airlines-Fluges 815 wirklich dort gelandet? Unfall? Zufall? Schicksal? Durch zahlreiche und geschickt eingewobene Rückblenden, die das Leben der Gestrandeten vor dem Crash beleuchten, scheinen die Optionen "Unfall" und "Zufall" immer unwahrscheinlicher zu werden ...

Die Insel scheint für viele eine zweite Chance zu sein, ihre Vergangenheit hinter sich zu lassen und so etwas wie Frieden und Vergebung zu finden. Sawyer etwa hat einen Mann auf dem Gewissen, von dem er glaubte, er sei für das Unheil verantwortlich, das seiner Familie wiederfahren ist. Kate sprengte ihren prügelnden Stiefvater in die Luft, Sayid (Naveen Andrews) war Folterknecht im Irak, John Locke (Terry O'Quinn) saß im Rollstuhl, als er das Flugzeug bestieg - auf der Insel kann er wieder laufen ... Noch so ein Mysterium. Immerhin: In der dritten Staffel erfährt der Zuschauer viel über "die Anderen" auf dem Eiland. Spätestens jetzt wird der Text zum Minenfeld. Inhaltliche Besserwisserei ist bei eingefleischten "Lost"-Fans verpönt.

Ein anderes Merkmal dieser Serie: die fast schon an Sadismus grenzende Perfektion bei der Gestaltung der Cliffhanger. Bereits das Finale der ersten Staffel war perfide. Da war ein Loch im Boden. Schwarz und tief. So tief, dass sich die Kamera beim Abstieg darin zu verlieren drohte und den Zuschauer gleich mitriss. Und als Jack, Arzt und Anführer der Gruppe, und John Locke kaum noch zu sehen waren? Schluss. Aus. Abspann. Staffel zwei endete nicht minder fies: Jack, Sawyer und Kate wurden von den "Anderen" gefangen genommen. Gleichzeitig wurde die Insel in ein grelles Licht getaucht, begleitet von einem infernalen Brummen ...