WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Privatleben bitte!

    Am 21. Juni ist Schluss - dann ist Natalie Alison zum letzten Mal in der ARD-Telenovela "Sturm der Liebe" (montags bis freitags, 15.10 Uhr) zu sehen. Fast vier Jahre lang spielte die 33-jährige Wienerin in der Serie das intrigante Biest Rosalie Engel, das manchem "Fürstenhof"-Bewohner das Leben unnötig schwer machte. Dass Alison jetzt auscheckt, wird die Fans der Telenovela zwar nicht erfreuen, hat aber gute Gründe: Die sympathisch offene Hobby-Astrologin, die eine Ausbildung am Lee Strasberg Theatre Institute in Los Angeles absolvierte, will sich um ihr Privatleben kümmern - Freunde treffen, einen Mann finden und eine Familie gründen. Die Chancen, dass die ehemalige "GZSZ"-Darstellerin ihre Pläne in die Tat umsetzen kann, stehen gut - die Sterne sind mit Natalie Alisons Zukunftsplanung jedenfalls voll und ganz einverstanden.

    teleschau: Frau Alison, dürfen Sie schon verraten, wie Rosalie aus der Serie ausscheidet?

    Natalie Alison: Darf ich! Sie geht auf Weltreise. Ich bin wirklich froh, dass sie am Leben bleibt.

    teleschau: Weil Ihnen das die Möglichkeit gibt, irgendwann zurückzukehren?

    Alison: Nein, nicht deshalb. Ich schließe zwar nicht aus, dass ich eines Tages für einen kleinen Gastauftritt zurückkommen werde, aber hauptsächlich freue ich mich darüber, dass Rosalie glücklich werden darf. Bei "GZSZ" starb ich 2006 den Serientod. Das war schon sehr dramatisch.

    teleschau: Ihren letzten Drehtag hatten Sie bereits im April. Wie lebt es sich denn so ohne "Sturm der Liebe"?

    Alison: Sehr erholsam. Das Drehpensum bei einer Telenovela ist schon gewaltig. Die letzten Jahre bei "Sturm der Liebe" waren zwar wunderschön, aber auch wirklich sehr, sehr anstrengend. Ich genieße es, mich jetzt ein bisschen zurücklehnen zu können.

    teleschau: Haben Sie sich aus Angst vor einem Burnout zum Ausstieg entschieden?

    Alison: Das ist zu krass formuliert. Mir ging es in erster Linie darum, wieder ein Privatleben zu haben. Das kam in der Vergangenheit viel zu kurz. Ich musste nicht nur das straffe Drehpensum bewältigen, sondern fuhr auch jedes zweite Wochenende mit dem Zug von München nach Wien, in meine Heimat. Diese ständige Reiserei, der doppelte Haushalt - das war schon sehr belastend. Manchmal wachte ich in der Nacht auf und wusste gar nicht, in welchem Bett ich bin.

    teleschau: Sie sehnten sich nach Beständigkeit?

    Alison: Ganz genau. Ich hatte keine Lust mehr, mich am Wochenende fragen zu müssen, ob ich den Zug denn jetzt noch bekomme oder nicht. Meine Wohnung in München löste ich sofort auf - nicht, weil ich die Stadt nicht leiden mochte, sondern weil ich es nicht erwarten konnte, wieder fest in meiner Heimat zu leben. Seit ich wieder in Wien bin, treffe ich am laufenden Band Freunde. Das ist wunderbar.

    teleschau: Wie sehr litten Ihre Freundschaften denn unter der Abwesenheit?

    Alison: Es war nicht so, dass Freundschaften daran zerbrachen. Ich fuhr ja alle zwei Wochen nach Wien und trommelte dann immer mögichst viele meiner Freunde zusammen. In diesen Momenten war alles wie früher - das zeichnet gute Freunschaften auch aus. Aber ingesamt merkte ich schon, wie gerade der telefonische Kontakt über die Monate hinweg immer weniger wurde: Mit einigen Freunden skypte ich am Anfang alle zwei Tage. Zuletzt blieb es mitunter bei einem Anruf pro Monat. Das war eine Entwicklung, die mir nicht gefiel. teleschau: Sie gingen mit 18 Jahren ganz alleine nach Los Angeles. Machten Sie sich damals auch Gedanken über Ihre Freundschaften?

    Alison: Mit 18 war ich sehr viel unbeschwerter. Mich störte damals nicht mal, dass ich in einem Haus lebte, in dem es Kakerlaken gab. Das war mir völlig egal. Für mich zählte nur, dass ich in Hollywood wohnte (lacht).

    teleschau: Warum wollten Sie denn unbedingt nach L.A.?

    Alison: Ich träumte schon als Kind davon, eines Tages nach Amerika zu gehen. Und dann ergab sich das so mit der Schauspielschule. Ich wollte es einfach ausprobieren, hatte aber keine Ahnung, auf was ich mich einlasse.

    teleschau: Auf was ließen Sie sich denn ein?

    Alison: Auf ein waschechtes Abenteuer. Ich wuchs sehr behütet auf, musste nie wirklich selbstständig sein. In Amerika war ich im Prinzip zum ersten Mal auf mich alleine gestellt. Anfangs überforderte mich das komplett: Ich rief jeden Tag heulend bei meiner Mutter an und sagte ihr, dass ich es nicht aushalte. Irgendwann meinte sie dann zu mir: "Kind, wir werden dein Stipendium schon irgendwie zurückzahlen. Du kannst nach Hause kommen."

    teleschau: Aber Sie blieben.

    Alison: Ich blieb, ja. Als meine Mutter mir das sagte, legte sich bei mir ein Schalter um: Ich wusste plötzlich, dass ich zurückkommen kann, dass meine Eltern in jedem Fall hinter mir stehen. Das nahm mir jeglichen Druck. Ich ließ mich voll und ganz auf die Stadt ein, genoss die Schauspielschule, ging oft ins Kino, nahm Tanzstunden und traf Freunde. Die richtig wilden Sachen waren allerdings tabu - ich war ja noch keine 21 Jahre alt.

    teleschau: Fanden Sie das schade?

    Alison: (lacht) Nein, nein. Ich war nie ein sehr wilder Mensch. Weder in der Pubertät noch später.

    teleschau: Warum blieben Sie denn nicht in Amerika?

    Alison: Weil ich das Land wirklich sehr mag, aber auf Dauer nicht dort leben möchte. In Amerika kann man eigentlich nur ein schönes Leben führen, wenn man viel Geld hat. Und Schauspiel-Jobs bekommt man dort auch nicht so einfach. Es ist unglaublich, wie viele Leute in Los Angeles zu einem Casting kommen. Und man muss es sich ja nicht noch schwerer machen, als es sowieso schon ist.

    teleschau: Haben Sie nach Ihrem Ausstieg der "Sturm der Liebe" eigentlich Angst davor, keine Rollenangebote zu bekommen?

    Alison: Darüber mache ich mir natürlich Gedanken. Eine Serienrolle ist für einen Schauspieler eigentlich ein echter Glücksfall. Man überlegt sich gut, ob man das aufgibt. Aber ich musste jetzt einfach Prioritäten setzen: Ich wollte wieder ein Privatleben, ich möchte einen Partner finden und eine Familie gründen. Das kann ich nicht, wenn ich zwölf Stunden am Tag arbeite. teleschau: Sie hören die biologische Uhr ticken?

    Alison: Wenn Sie so wollen, ja. Ich werde bald 34 Jahre alt, bin Single. Von daher muss ich erst mal den passenden Mann finden, der als Vater meiner Kinder in Frage kommt. Das geht sicher nicht von heute auf morgen. Und es kann mir auch niemand garantieren, dass es mit dem nächsten Partner funktioniert. Wer weiß, wie viele Zwei-Jahres-Beziehungen noch kommen, bis ich den Richtigen finde. Wenn es den Richtigen überhaupt gibt.

    teleschau: Sie zweifeln daran?

    Alison: Manchmal schon. Heutzutage trennen sich so viele Paare. Vielleicht muss man sich einfach damit abfinden, dass man nur noch für einen bestimmten Lebensabschnitt einen Partner hat.

    teleschau: Woran liegt es Ihrer Meinung nach, dass immer mehr Beziehungen scheitern?

    Alison: Ich glaube, dass die Leute zu schnell aufgeben. Wenn irgendetwas nicht klappt, wird das Handtuch geworfen. Mit dieser Einstellung kann das nicht funktionieren.

    teleschau: Hatten Sie diese Einstellung auch mal?

    Alison: Ich befürchte es. Früher wusste ich die Eigenschaften meiner Partner teilweise wohl wirklich nicht zu schätzen. Heute bin ich schlauer. Wobei ich dazusagen muss, dass ich heute natürlich auch eine viel genauer Vorstellung davon habe, wie mein Partner sein muss.

    teleschau: Wie muss er denn sein?

    Alison: Treu - das wäre zur Abwechslung mal wieder ganz nett (lacht). Äußerlichkeiten sind mir nicht so wichtig. Vielmehr sollte mein Partner ein gutes Herz haben und humorvoll sein. Und er muss mir Sicherheit und Ruhe geben und darf mich auf keinen Fall einengen. Ich lasse mir keine Handschellen anlegen.

    teleschau: Sie interessieren sich für Astrologie: Achten Sie bei der Männersuche auch auf Sternzeichen?

    Alison: Wenn ich jemanden kennenlerne, dann frage ich ihn schon recht bald, wann er geboren ist. Ich muss die genaue Uhrzeit wissen, dann kann ich mir schon mal ein sehr gutes Bild von ihm machen (lacht). Die Sterne und die Planeten verraten mir Dinge, die er selbst mir zu diesem Zeitpunkt noch gar nicht verraten hat.

    teleschau: Rührt daher auch Ihr Interesse an der Astrologie?

    Alison: Mir geht es dabei sicher nicht nur um die Männersuche (lacht). Aber ich hatte in meinem Leben oft das Problem, Menschen falsch einzuschätzen. Ich bin manchmal sehr verträumt und sehe das Offensichtliche nicht. Die Astrologie ist wie eine Landkarte, die mir definitiv dabei hilft, bedachter zu handeln. teleschau: Richten Sie Ihr Leben nach den Sternen aus? Oder wäre das zuviel gesagt?

    Alison: Nein, das kann man schon so sagen. Ich weiß zum Beispiel, dass nächstes Jahr ein gutes Jahr für die Liebe sein wird. Also dachte ich mir, dass es ja nicht schaden kann, jetzt schon mal nach einem neuen Partner Ausschau zu halten (lacht).

    teleschau: Was sagen die Sterne denn zu Ihrem Ausstieg bei "Sturm der Liebe"?

    Alison: Sie sagen mir vorher, dass eine gute berufliche Phase auf mich zukommt. Für die nächsten zwei Jahre steht viel Neues an. Es ist also ein guter Moment, die Serie zu verlassen. Als ich damals bei "GZSZ" ausstieg, wusste ich nicht, dass ich mich beruflich gerade in einer schwächeren Phase befand. Dementsprechend war dann erst mal eine Weile Stillstand. Das passiert mir heute sicher nicht noch mal.

    teleschau: Sie selbst sind Sternzeichen Zwilling. Passen Sie in diese Schublade?

    Alison: Total! Ich reise gerne, bin kommunikativ, furchtbar ungeduldig und kann mich schlecht entspannen, weil ich immer irgendetwas im Kopf habe. Überhaupt habe ich wahnsinnig viele Interessen - das ist typisch Zwilling. Ich hatte schon als Kind einen Stundenplan wie ein Manager.

    teleschau: Das klingt nicht gerade nach einer entspannten Kindheit.

    Alison: Das war es auch nicht! Aber ich wollte es so. Ich machte Ballett, Jazztanz, Stepptanz, spielte Klavier, spielte Geige, ging reiten. Und ich entdeckte immer neue Dinge, die ich spannend fand. Das ist bis heute so. Meine Mutter sagt oft zu mir: "Du bist zwar Zwilling - aber anstrengend wie vier Leute." Unrecht hat sie damit nicht.

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