Model-Shows im Quotenkampf: Keine Zuschauer für „Million Dollar Shooting Star”

Das israelische Supermodel Bar Refaeli tritt als Moderatorin der Model-Show „Million Dollar Shooting Star" in die Fußstapfen von Heidi Klum, Eva Padberg und Karolina Kurková. Doch bereits die erste Folge des neuen Formats enttäuschte am Mittwochabend mit einer ziemlich miesen Einschaltquote. Haben die Deutschen etwa die Nase voll von Model-Casting-Formaten? Es sieht ganz so aus.

Der Fotograf Oliver Gast, das Supermodel Bar Refaeli und der Modelagent Peyman Amin sind die Jury von "One Million Dollar Shooting" (Bild: Sat.1/Morris MacMatzen)Der Fotograf Oliver Gast, das Supermodel Bar Refaeli und der Modelagent Peyman Amin sind die Jury von "One Million …

„Million Dollar Shooting Star": In der ersten Folge mussten sich die zehn Models in Israel am Stahlseil von einem Felsen stürzen und im Toten Meer posieren — auch ein Nackt-Shooting war in der Model-Casting-Show auf Sat.1 zu sehen. Doch selbst das half nicht, nur 930.000 Zuschauer schauten laut „meedia.de" bei der ersten Folge von „Millionen Dollar Shooting Star" zu. Selbst von der Bundesliga bei Sky wurde die neue Sat.1-Sendung übertrumpft, obwohl nur ein Bruchteil der Deutschen überhaupt ein Abo für den Bezahlsender besitzt.

Dass es sich  bei „Millionen Dollar Shooting Star" um den „härtesten Modelwettbewerb der Welt" handelt, versuchte Modelagent Peyman Amin, der neben Bar Refaeli und dem Fotograf Oliver Gast in der Jury sitzt, zum Sendeauftakt mit Militärton in der Stimme und dem Gebrauch von möglichst vielen Kraftausdrücken zu untermauern. So beschimpfte der ehemalige GNTM-Juror eines der Models als „Hackfresse", bezeichnete den Gesichtsausdruck eines anderen als „beschissen" und benutzte gefühlte 50 Mal das Wort „Scheiße". Am Ende verließ eines der Mädchen die Show, weil es ihm zu bunt wurde. Es gab jede Menge Tränen, Schweiß und Angst.

Quicklebendig im Toten Meer: So war "Million Dollar Shooting Star" mit Bar Refaeli

Eigentlich ein vielversprechendes Konzept, möchte man glauben — würde es nicht alleine in Deutschland bereits zwei ähnliche Formate geben, die es mit der Quote zuletzt auch nicht leicht hatten. Heidi Klum brachte dem Sender ProSieben mit der ersten Staffel von „Germany's Next Topmodel" im Jahr 2006 durchschnittlich noch stolze sechs Millionen Zuschauer. Seitdem war die Show ein verlässlicher Quotenbringer. Bis zur letzten, der siebten Staffel. Mit durchschnittlich drei Millionen Zuschauern — von denen die Macher von Refaelis Sendung nur träumen können — fuhr das Casting-Format die schlechteste Quote in der GNTM-Geschichte ein. Nach sieben Staffeln „Germany's Next Topmodel" mit Heidi Klum und einem Anlaufversuch für „Das perfekte Model" mit Eva Padberg und Karolina Kurková ist aus der Model-Casting-Chose offenbar endgültig die Luft raus.

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Das Konzept von „Million Dollar Shooting Star": In zehn Foto-Shootings treten erfahrene Models gegeneinander an. Die Gewinnerin eines jeden Shootings bekommt 100.000 Dollar, die in ihrem persönlichen Safe deponiert werden. Welches Model am Ende auch den Schlüssel für ihren Safe erhält, bestimmen die Zuschauer im Finale der Show. Der Siegerin von „Million Dollar Shooting Star" winken also im besten Fall eine Million Dollar. Anders als bei „Das perfekte Model" bestimmen die TV-Zuschauer also weniger über die Karriere der Teilnehmerinnen, sondern über eine Finanzspritze. Womit sich vielleicht das mangelnde Interesse des Publikums an „Million Dollar Shooting Star" erklären lässt. Jedenfalls blieben der mit durchschnittlich 1,10 Millionen Zuschauer ebenfalls quotenschwachen Model-Show von Padberg und Kurková zum Finale wenigstens noch 950.000 Zuschauer — das sind knapp 20.000 mehr, als Rafaelis Schwester-Show zum Sendestart vorzuweisen hatte.

Vielleicht floppt Refaelis Show aber auch wegen des ewigen Traums vom Model-Dasein, dem hier nicht mehr so unbeschwert nachgehangen werden kann. Refaelis Kandidatinnen haben bereits eine professionelle Karriere gestartet, sie verfügen über Laufsteg-Erfahrung, besitzen eine Setcard und Kontakte zu Modeschöpfern. Anders als bei blutjungen Anfängerinnen mit großen Träumen und „Mädchen von nebenan"-Appeal, können sich möglicherweise kleine und große Fernsehzuschauerinnen nicht mit der Professionalität der Kandidatinnen identifizieren.

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