„Musik als Waffe” gewinnt bei International Emmy Awards 2012

Die Dokumentation „Musik als Waffe" wurde bei der Verleihung der International Emmys in New York in der Kategorie Kunst ausgezeichnet. Es ist der erste iEmmy für eine deutsche Fernsehproduktion seit 2009. Der zweite nominierte Beitrag aus Deutschland ging leer aus.

Tristan Chytroschek und Susanne Mertens strahlen mit ihrem International Emmy. (Foto: Getty Images)Tristan Chytroschek und Susanne Mertens strahlen mit ihrem International Emmy. (Foto: Getty Images)


„Als die auf der Bühne den Umschlag aufgerissen und meinen Namen verkündet haben, ist mein Hirn erst einmal für eine Sekunde komplett stillgestanden", erzählte Tristan Chytroschek der „Stuttgarter Zeitung". „Anschließend sind alle Synapsen gleichzeitig explodiert und es war ein Gefühl, wie ich es noch nie erlebt habe."

Der Filmemacher aus Calw bekam am Montagabend im Hilton Hotel in New York zusammen mit seiner Kollegin Susanne Mertens einen International Emmy überreicht, als Auszeichnung für „Musik als Waffe". Die Dokumentation für ZDF und Arte zeigt, wie der Sesamstraßen-Komponist Michael Cerf zu Orten reist, wo Gefangene mit seinen Kinderliedern gefoltert werden, zum Beispiel in Guantanamo. Er führe vor, „wie etwas eigentlich Reines und Schönes in den Händen von Militärstrategen und Folterknechten zu einer furchterregenden psychologischen Waffe werden kann", teilt das ZDF mit.

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Der Film setzte sich in der Kategorie Kunst gegen Beiträge aus Japan, Brasilien und Großbritannien durch. Chytroschek glaubte bis zuletzt nicht an seinen Sieg, wie er der „Stuttgarter Zeitung" erklärte: Die BBC-Doku über die Band „Queen" sei „ein so fetter Film mit spannenden Schnitten und herausragendem Archivmaterial" gewesen, „da konnte ich mir wahrlich keine Hoffnungen auf den Preis machen."

Die ebenfalls nominierte und aufwendig produzierte ZDF-Dokumentation „Wettlauf zum Südpol", an dem auch Markus Lanz teilnahm, bekam dagegen keinen Preis. Sie zeichnet mit gespielten Szenen und Computergrafiken das Rennen von Roald Amundsen und Robert Falcon Scott zum Südpol vor 100 Jahren nach. Scott kam bei der Expedition ums Leben.

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Als beste Schauspieler wurden Cristina Banegas und Dario Grandinetti aus Argentinien geehrt. Der Preis für die beste Serie ging an die zweite Staffel von „Braquo", eine französische Polizeiserie. Die Macher der SWR-Produktion „Die Sterntaler" dürfen sich noch Hoffnungen machen. Die Preise fürs Kinderfernsehen werden erst im Februar verliehen.

Die Emmys sind der wichtigste Fernsehpreis der Welt. Die International Emmy Awards werden für nichtamerikanische Produktionen vergebenen. Zuletzt gewann im Jahr 2009 eine deutsche Produktion. Das dreiteilige Doku-Drama „Die Wölfe" begleitete eine Jungendclique vor dem Hintergrund der historischen Ereignisse im geteilten Berlin.

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