„Tagesschau”-Studio für 2013 kostet mehr als 20 Millionen Euro

Zum 60. Geburtstag wollte sich die „Tagesschau" eigentlich ein neues Studio für 2013 schenken. Doch noch zickt die hochmoderne Technik. Neben dem Zeitplan bereitet dem NDR auch das Budget Probleme. Insider behaupten, der Umbau könnte am Ende fast doppelt so teuer werden wie geplant - natürlich alles gebührenfinanziert.

Sprecherin Judith Rakers wird noch länger im alten "Tagesschau"-Studio stehen (Bild: dpa)Sprecherin Judith Rakers wird noch länger im alten "Tagesschau"-Studio stehen (Bild: dpa)


Neues Design, Touchscreens, eine 20 Meter lange HD-Monitorwand — für sein neues „Tagesschau"-Studio ist dem NDR nur das Beste gut genug. Pünktlich zum 60. Jubiläum am 26. Dezember 2012 sollte die digitale Technik in Betrieb genommen werden. Doch nun verschiebt sich die Premiere, wie NDR-Sprecher Martin Gartzke am Mittwoch erklärte: „Das neue Studio wird erst in Betrieb gehen, wenn alle Arbeitsabläufe zu 100 Prozent sitzen. Es gibt keinerlei Zeitdruck, Genauigkeit geht vor Schnelligkeit."

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Glaubt man einem leitenden ARD-Mitarbeiter, der in der „Bild"-Zeitung plauderte, ist die Lage allerdings nicht ganz so entspannt. „Die gelieferte Software funktioniert in der Anwendung genauso wenig wie das Zusammenspiel zwischen Studiotechnik und Grafik. Damit war nicht zu rechnen", so der Insider. Offenbar genauso wenig wie mit den horrenden Kosten für das neue Studio.

Laut NDR-Sprecher Gartzke seien 23,8 Millionen Euro dafür vorgesehen gewesen. „Dieser Rahmen wird auch aus heutiger Sicht eingehalten", sagte er. Doch mehrere Insider behaupten gegenüber „Bild": „Bis zu 40 Millionen könnte das Studio am Ende kosten." Wie hoch die Rechnung ausfällt, steht also noch nicht fest. Sicher ist hingegen, woher das Geld kommt — aus gebührengefüllten Töpfen.

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Aus jenen bediente sich 2009 auch das ZDF, das rund 30 Millionen Euro in sein hochmodernes Nachrichten-Studio (für „heute", „heute journal" und „heute nacht") investierte. Von solchen Budgets ist das private Fernsehen weit entfernt: Der Abo-Sender Sky ließ sich sein Studio fünf Millionen Euro kosten.

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