Was wurde aus den “Unsere kleine Farm”-Darstellern?

In Walnut Grove war die Welt noch in Ordnung: Von soliden Werten, dem Glauben an Gott und starkem Familienzusammenhalt geprägt, schlug sich Familie Ingalls Ende des 19. Jahrhunderts durchs Landleben in Minnesota. Dieser Plot begeisterte die amerikanischen Fernsehzuschauer bereits 1974, als der Pilotfilm ausgestrahlt wurde. Dass die Adaption der autobiographischen Buchreihe von Laura Ingalls Wilder („Little House on the Prairie") in Serie gehen würde, war daher keine Frage. Bis 1983 wurden insgesamt acht Staffeln und 203 Folgen voller Höhen und Tiefen auf der Ingalls-Farm produziert. Dabei mangelte es nie an Fans - sogar Johnny Cash und June Carter verehrten die Gründerzeit-Soap und nahmen für ihren Gastauftritt in Staffel drei („Der Mann des Himmels") kaum Gage.

Was wurde aus den Schauspielern nach Serienende? Von den meisten hört man erstaunlich wenig...


Unsere kleine Farm: Szenenbild

Die Ingalls

Melissa Gilbert (Laura Ingalls Wilder)
Melissa Gilbert
stellte die bezopfte und grundgute mittlere Tochter der Ingalls
glaubwürdig dar - in Wirklichkeit hatte sie mit der unschuldigen Laura
allerdings wenig gemein. In ihrer Biographie („Prarie Tale: A Memoir")
offenbart Gilbert Drogenkonsum und amouröse Abenteuer mit Billy Idol
und Rob Lowe. Erst dank ihrer zweiten Ehe mit dem Schauspielkollegen
Bruce Boxleitner schien Ruhe in ihr Privatleben eingekehrt zu sein.
Anfang März 2011 wurde jedoch die Scheidung des langjährigen
Paares bekannt. Aus der Verbindung geht ein Kind hervor, das Gilbert zu
Ehren ihres langjährigen Freundes und Serienpartners Landon auf den
Namen Michael taufte. Abseits der Klatschspalten tauchte die
mittlerweile 46-Jährige weiterhin in namhaften Serien auf: Sie drehte
drei Folgen „Babylon 5", hatte Gastauftritte in „Eine himmlische
Familie" und „Nip/Tuck". Ihren Stern auf dem „Walk of Fame" verdankt
sie nichtsdestotrotz ihrer ersten großen Bildschirm-Präsenz als Laura
Ingalls.

Melissa Gilbert

 

Melissa Sue Anderson (Mary Ingalls Kendall)

Die
älteste Tochter des Prärie-Clans war ruhig, besonnen und klug. Der
Verlust ihrer Sehkraft in Staffel vier traf nicht nur Familie Ingalls,
sondern auch Melissa Sue Anderson, die Mary spielte, hart: „Ich war
blind und langweilig," ließ die Darstellerin einst verlauten. Das sahen
die Kritiker anders - als einzige Schauspielerin der Serie wurde
Anderson für einen Emmy nominiert. Wie Melissa Gilbert schrieb auch
Anderson ein Buch über ihr Leben und das Dasein als „Unsere kleine
Farm"-Mimin („The Way I See It"). Abseits des Hypes um den Klassiker
der TV-Geschichte konnte sie jedoch kaum Erfolge verbuchen. Zwar
tauchte ihr blonder Schopf in vielen Fernsehproduktionen (u.a. in dem
Film "Ab in die Ewigkeit") auf. Das amerikanische Publikum gab sich
jedoch wenig begeistert.

Melissa Sue Anderson


Michael Landon (Charles Ingalls)

Ob beim Holzhacken oder auf dem Pferdewagen - Landon mimte den gutmütigen Familienpatriarchen des Ingalls-Clans mehr als überzeugend. Kein Wunder, war der naturverbundene Gutmensch doch mehr als eine bloße Rolle für den gleichzeitigen Produzenten der Serie. Laut eigener Aussage ließ er sich auch im Privaten vor allem von drei Dingen leiten: „Gott, Wahrheit und der Kraft der Liebe".


Michael Landon in dem Film "Sie ritten wie der Wind".

Doch Landon wurde seinem positiven Image nicht immer gerecht. Am Set zu „Unsere kleine Farm" hatte „Pa" eine Affäre mit der Visagistin Cindy Clerico, ließ sich ihretwegen sogar von seiner zweiten Ehefrau scheiden. Vor allem sein Sohn, Michael Junior, verkraftete diesen Vertrauensbruch nur schwer und verarbeitete die negativen Emotionen 1999 in einem Film („Schatten des Ruhms - Die Michael Landon Story"). Landon Senior selbst arbeitete ab 1984 erfolgreich an weiteren TV-Projekten.

Michael Landon in der TV-Serie "Ein Engel für Erden" (zusammen
mit Darsteller Victor French, l.).

Am 1. Juli 1991 verstarb Landon im Alter von 54 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.

 

Karen Grassle (Caroline Ingalls)
Für viele gilt sie noch heute als die perfekte Fernsehmama: Stets ein liebevolles Lächeln auf dem Gesicht, verlieh Karen Grassle der Rolle der Caroline einen unvergleichlich fürsorglichen Anstrich. Erst nach dem Aus der Show stellte sich privat Familienglück bei Grassle ein: Sie adoptierte ein Mädchen, mit dem sie heute in Kalifornien lebt. Mit ihrer Karriere ging es allerdings nach „Unsere kleine Farm" bergab. Grassle tauchte sporadisch in amerikanischen Streifen auf, die nie in Deutschland ausgestrahlt wurden. Zuletzt stand sie 2006 für die Theaterfassung von „Miss Daisy und ihr Chauffeur" in Kanada auf der Bühne.

Unsere kleine Farm: In der Mitte sitzt Serien-Mama Karen Grassle.

Die Olesons

Alison Arngrim (Nellie Oleson Dalton)
Alison Arngrim sprach
zunächst für die Figuren der Laura und Mary vor und wurde abgelehnt.
Erst als kleiner Teufel Nellie - Tochter von Harriet und Nels Oleson -
konnte sie die Produzenten der Serie überzeugen. Gemäß Drehbuch machte
sie Laura das Leben Folge für Folge zur Hölle - kaum waren die
Scheinwerfer aus, gingen Melissa Gilbert und Arngrim jedoch
freundschaftlich miteinander um.

Lesen Sie auch: Was wurde aus "Melrose Place"?

„Die Leute hassten mich während
der Sendung und sie hassen mich noch heute," erklärte Arngrim in einem Interview mit "Focus Online". Aus der Not machte sie
eine Tugend - vergangenes Jahr erschien ihre humoristische Abrechnung
mit ihrem blond gelockten Alter Ego in Buchform („Confessions of a
Prairie Bitch: How I Survived Nellie Oleson and Learned to Love Being
Hated"). Selbiges ist auch Ausgangspunkt ihrer Stand-Up-Comedy, mit der
sie durch die USA tourt. Irgendwie geht es Arngrim also wie vielen
hartgesottenen Fans der Serie: „,Unsere kleine Farm' bestimmt mein
Leben."

Alison Arngrim: So sieht "Nellie" Oleson heute aus.

Katherine MacGregor (Harriet Oleson) und Richard Bull (Nels Oleson)
Katherine
MacGregor brillierte in ihrer Rolle der zickigen, hysterischen und
Intrigen schmiedenden Gemischtwarenhändlerin Harriet Oleson.
Ursprünglich war ihr Part lediglich als Nebenrolle gedacht, doch
MacGregor avancierte derart schnell zum Zuschauerliebling, dass ihrer
Rolle mehr Platz eingeräumt wurde. Ähnlich populär war Nels Oleson, der
gutmütige Gegenpart zu seiner Gift spritzenden Frau, der von Richard
Bull verkörpert wurde. Beide Schauspieler setzten sich nach dem Finale
der achten Staffel zur Ruhe. Bull lebt in Chicago, MacGregor wurde in
Kalifornien sesshaft.

Lesen Sie auch: Was macht "Anna" heute?

Die Abenteuer der Familie Ingalls können Sie sich übrigens auch nach Hause holen: "Unsere kleine Farm" - Staffel 1 bis 9 - ist bei Universal Pictures auf DVD erschienen.

Bilder: ddp images, Getty Images, Universal Pictures

Meistgelesene TV-Artikel

Testen Sie Ihr TV-Wissen!