„Beauty & The Nerd“: Mister Ungeküsst trifft auf Miss Unbelesen

„Ich kann alles erklären, nur die Frauen nicht“, stellt Physiker Sven selbstkritisch fest. IT-Techniker Martin spricht zwei Fremdsprachen fließend: Klingonisch und Elbisch. Rollenspiel-Fan Kevin nimmt eine Taylor-Swift-Barbiepuppe mit ins Bett und Geographiestudent Marius ist bisher nur in seinen Träumen einer Frau nähergekommen. Starlet Pia hingegen sagt: „Ich bin schöner als meine Intelligenz“, Stewardess Siw weiß, dass sie „kein Brain“ ist, Kosmetikerin Anissa hasst Lesen und Sprechstundenhilfe Kimberly ist vor allem eines, blond. Ungeküsst trifft auf unbelesen: Und schon sind wir mittendrin in der deutschen Version der weltweit erfolgreichen Show um Gegensätze und Geschlechterklischees.

Noch nie so nah dran gewesen: Die Nerds genießen Ambiente und Ausblick. (Bild: Pro7)Noch nie so nah dran gewesen: Die Nerds genießen Ambiente und Ausblick. (Bild: Pro7)

Zauberwürfel und Physik, Bauchtanz und Haarspülungen

In einer Luxusvilla in Südafrika prallen zwei Welten aufeinander, die gegensätzlicher nicht sein könnten. Jeweils acht Vertreter der Spezies „Nerd" (blass, fliehendes Haupthaar, gerne mit Bart, Brille und in Sandalen) stehen acht Beauties (Highheels, Kurven, Klimperaugen) gegenüber. Geballte Intelligenz in Kombination mit wenig Sozialkompetenz soll sich mit gutem Aussehen in Paaren finden. Die Show setzt auf den Austausch, man will sich auf etwas einlassen, etwas lernen. In spielerischen Challenges können die Kandidaten beweisen, wie tief sie in die jeweils andere, fremde Welt schon eingetaucht sind. Dem Gewinnerteam winken 100.000 Euro – und was diese Summe durch zwei geteilt ergibt, weiß auch jede der Beautys am Platze.

Vorm Computer ist es egal, was man anzieht: Die Nerds (Bild: Pro7)Vorm Computer ist es egal, was man anzieht: Die Nerds (Bild: Pro7)

Das Kennenlernen gestaltet sich skurril und sehr unterhaltsam. Siw mag den Programmierer Helge, weil sein Zausel-Look sie an Fotos ihres Vaters aus den Siebzigerjahren erinnert. Pia lernt von Marius, wie viele Farben sein Zauberwürfel hat, und Julia versucht mit Bauchtanzübungen etwas Schwung in Martins steife Hüften zu bringen. Desweiteren wird so einiges Know-how über Physik und Haarspülungen ausgetauscht. Man kommt sich näher, obwohl die Fassungslosigkeit der Damen über freakige Kleidung und verklemmte Nerds zu Anfang noch deutlich zu spüren ist. Beim ersten Wettstreit müssen die schüchternen Computerexperten ihre neu erweckte Männlichkeit unter Beweis stellen und in der „Mission 00-Nerd“ James Bond Konkurrenz machen. Keine einfache Aufgabe: Elegantes Eintreten von Türen, hartes K.O.-Schlagen von „Bösewichten“, im Anzug ins Wasser springen, um die Beauty zu retten, die auf einem Boot räkelnd wartet – sieht genauso ulkig aus wie es aufregend klingt. Cedric schafft es fast filmreif zu Kamilla, und so gehen beide als Gewinner aus dieser Challenge hervor.

Grabbelei über Halbglatzen und Bäuchlein

Im zweiten Spiel müssen die Ladies auf Tuchfühlung gehen: Die Nerds sitzen in durchlöcherten Kisten und müssen ertastet werden. Die lustige Grabbelei über Halbglatzen und Bäuchlein genießen die unerfahrenen Männer sichtlich. Kimberly bemängelt die „borstigen Haare“. Jacqueline erkennt ihren Kevin als Erste, und zwar an seinen „dünnen Knien“. Bei einem Ausflug in die Wildnis stellen sich beide Geschlechter ziemlich ungeschickt an, beweisen aber Teamgeist Aufbauen der Zelte und im Kanu. Nur Kamilla ist mürrisch: „Ich mag Natur, aber nur ungezieferfrei.“

So schön kommen wir nicht mehr zusammen: Die Beauties (Bild: Pro7)So schön kommen wir nicht mehr zusammen: Die Beauties (Bild: Pro7)

Die Gewinnerpaare der Challenges müssen zwei Konkurrententeams nominieren, von denen nur eines im entscheidenden Quiz weiterkommt. Trotz aller nerdiger Nachhilfe versagen Julia und Pia komplett im Themengebiet „Nerd Kosmos“: mit „Star Wars“ und “Herr der Ringe“ können sie nichts anfangen. Ganz anders Marius, der sogar weiß, was „French Nails“ sind – und sich und Pia damit rettet. Julia und Martin müssen ihre Koffer packen, was ihre Mitbewohner auf Zeit zu echten Tränen rührt. Denn man hat sich angefreundet und schätzen gelernt. Überhaupt fällt positiv auf, dass wenig gezickt wird, die Ellenbogen bleiben eingefahren.
Trotz der klischeehaften Überzeichnung der Kandidaten, deren Persönlichkeiten sicherlich facettenreicher sind, als es hier scheint, ist „Beauty & The Nerd“ ein interessantes soziales TV-Experiment. Wie weit Schönheit und Gehirn wirklich aufeinander zugehen können, werden die nächsten drei Folgen zeigen!

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