„Einsam unter Palmen“: Die Leiden des einsamen Arthur

Sie plappern zu viel, sind chronisch eifersüchtig und interessieren sich kein bisschen für die Schönheit fremder Kulturen: Die Kandidatinnen der Dating-Show „Einsam unter Palmen“ machen es ihren alleinstehenden Gastgebern wirklich nicht leicht. Wir schreiben Woche zwei in RTLs Stereotypen-Stadl und endlich traut sich mal einer der Singlemänner, Tacheles zu reden und die schöne Romantik-Fassade einzureißen. Antiquitätenhändler Arthur macht kurzen Prozess: Weil die krächzende Hilde alles, aber eben nicht sein Typ ist, schickt er sie wieder nach Hause – nach vier gemeinsamen Stunden und einem tierischen Eklat beim Paella-Dinner.

Arthur und die Frauen: Ein schier unlösbares Problem - bis er eine Entscheidung trifft (Bild: RTL)Arthur und die Frauen: Ein schier unlösbares Problem - bis er eine Entscheidung trifft (Bild: RTL)


Es könnte alles so schön, so harmonisch sein: Bei „Einsam unter Palmen“ sind Österreicher noch charmant, Schwaben noch bodenständig und Geschäftsmänner zugleich echte Gentleman. Jedenfalls, wenn man der permanent aus dem Off säuselnden Stimme glauben mag. Tatsächlich zu sehen bekommt der Zuschauer dann doch etwas anderes: genervte Singlemänner, dauerquasselnde Liebesanwärterinnen und ein Blind Date, das man getrost als Flirt-GAU bezeichnen kann. Denn bei Arthur und Hilde springt der sprichwörtliche Funke direkt bei der Begrüßung über und zündet eine regelrechte Gefühlsexplosion. Leider gehen hier allein negative Gefühle hoch.

Denn sofort wird klar: Arthur, der noch in der letzten Woche betete, Hilde möge eine gute Frau sein, würde bitter enttäuscht werden. Die Hoffnungsträgerin krächzt ein „Hallo“, radebrecht in hessischem Dialekt von Stringtangas und brüskiert ihren Gastgeber, der ja mit erlesenen Möbeln handelt, bei der Haus- und Interieurbesichtigung. Dessen ernüchterter Kommentar: „Ich habe mich so geschämt, wie sie in ihrem Dialekt gesagt hat: ‚Dat selbe Bett han ich och.’ Boah, so primitiv.“ Auch beim Abendessen – im spanischen Andalusien gibt's natürlich Paella – kann Hilde ihre Patzer nicht ausmerzen. Schlimmer noch, sie setzt einen drauf. Erst überreicht sie ihrem Traummann ausgewählte Kleinigkeiten: eine Unterhose mit dem Schriftzug „Ich bin an allem Schuld“, ein Blechschild, auf dem „Mr. Important“ steht; dann füttert sie eine herumstreunende Katze direkt vom Vorspeisenteller.

Das ist zu viel für Arthur: Er lässt Hilde und Yvonne, von der er bereits in der letzten Woche schwer genervt war, im wahrsten Sinne des Wortes sitzen. Doch nicht nur das. Wenig später trifft er eine Entscheidung, die in ihrer Klarheit und Konsequenz überrascht: „Hilde muss weg. Am liebsten hätte ich Yvonne gleich mit weggeschickt, aber dann wäre ich ja allein unter Palmen gewesen.“ Von dieser Entschlussfreudigkeit könnten sich andere Herren noch eine Scheibe abschneiden. Um mit der wesentlich jüngeren Sophia zu flirten, lässt Martin in der Dominikanischen Republik die blonde Ines einfach links liegen. Und auch Dennis in Südafrika scheut sich, Kandidatin Tanja endlich eine Abfuhr zu erteilen. Diese unangenehme Aufgabe schiebt er lieber auf die lange Bank.

Yvonne ist die erste Frau bei "Einsam unter Palmen" (Bild: RTL)Yvonne ist die erste Frau bei "Einsam unter Palmen" (Bild: RTL)

Weitaus patenter und erfrischend geradeheraus wirkt da schon Yvonne: die allererste Frau, die in zwei Staffeln „Einsam unter Palmen“ an den Mann gebracht werden soll. Sie empfängt den schwäbischen Glatzenträger Stephan („Ein Baum von einem Mann“) und Chris, ein in die Jahre gekommenes Boyband-Mitglied, das offensichtlich (zu) viel Zeit in Bart- und Haarpflege investiert. Nicht ganz das, was „Lebenskünstlerin“ Yvonne sich vorgestellt hat: „Der erste, ganz oberflächliche Eindruck war: Die Mafia steht im Vorgarten.“ Ja, die fast schon kriminelle Menge Gel in Chris’ Haar lässt sich wirklich nicht leugnen. Ob ausgerechnet er zu Yvonne und ihrem Leben als Mutter einer sechsjährigen Tochter passt? Das wird die 40-Jährige, werden die Zuschauer in den kommenden Wochen herausfinden. Gewiss ist aber schon jetzt, da hat die Stimme aus dem Off dann eben doch mal Recht: „Mit der Ruhe im Paradies ist es nun vorbei.“


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