„Million Dollar Shootingstar”: Ein Hauch von Wet-T-Shirt-Contest

So richtig dabei sein will bei „Million Dollar Shootingstar" offenbar niemand: nicht das Publikum, und nicht die Kandidatinnen. Wegen mieser Auftakt-Quote schickt Sat.1 seine Models nicht mehr zur Primetime um die Welt. Das ist bitter für Moderatorin Bar Refaeli, die ihren Sendeplatz an diesem Mittwoch für Ex-Freund Leonardo DiCaprio und dessen Blockbuster „Catch Me If You Can" räumen musste. Der Sendung an sich schadet die Verschiebung allerdings nicht — mit diversen Nippel-Blitzern und eindeutigen Ansagen von Fotograf Oliver Gast („Macht euch mal bitte frei") passt sie ganz gut ins Late-Night-Programm. Schwerer als der Verlust des Sendeplatzes wiegt etwas anderes: Auch in der zweiten Folge verlässt eine Kandidatin freiwillig das Feld.

Oliver Gast, Bar Refaeli und Peyman Amin suchen den "Million Dollar Shootingstar" (Bild: Morris MacMatzen)Oliver Gast, Bar Refaeli und Peyman Amin suchen den "Million Dollar Shootingstar" (Bild: Morris MacMatzen)


Schon in der letzten Sendung quittierte eine Casting-Kandidatin den Dienst: Anja hatte keine Lust, sich halbnackt am Strand in Israel zu räkeln. Kluge Entscheidung. Denn auch in Island, Reiseziel Nummer zwei, hätte sie die Hüllen fallen lassen müssen. Für BHs hat das Budget nämlich schon wieder nicht gereicht. Aber was soll's: Ohne den Hauch von Wet-T-Shirt-Contest wäre das Elfen-Shooting im eiskalten Wasser, das die Mädels auch noch hoch zu Ross absolvieren müssen, wohl auch ein bisschen öde geraten.

Wenn die Kandidatinnen nicht gerade im kalten Nass posieren, sollen sie wahlweise „sexy Stewardessen" oder „verruchte Zofen" in Latex-Strapsen mimen. Eigentlich kein Problem für Catharina, die schon „viel Wäsche und Hochzeit" gemacht hat. Schwer tut sich die zarte Blondine dennoch: Mal fürchtet sie wegen knapper Outfits eine Blasenentzündung, dann reizen die Kontaktlinsen ihre Augen und auch mit ihren Nackenschmerzen ist nicht zu spaßen. Typischer Fall von Hypochondrie, befindet der Sprecher aus dem Off. Doch der Zuschauer ahnt: Catharina übertreibt nicht!

Denn das Gestänker von Juror Peyman Amin kann einem schon an die Nieren (oder halt die Blase) gehen: „Du verkackeierst uns", rügt er etwa Amy für ihren immer gleichen Gesichtsausdruck, als wolle er seine Ex-Chefin Heidi Klum im knallharten Ton übertreffen. Gut weg kommt bei dem Mann eigentlich niemand — und erst recht nicht Alena. Nachdem sich die Stuttgarterin beim Fototermin noch vor einem brennenden Flugzeugwrack hat auf die Matte legen lassen, kündigt sie überraschend ihre Teilnahme auf. „Ich habe mir etwas anderes unter der Show vorgestellt. Ich habe erwartet, dass alle Mädchen auf dem gleichen Niveau sind", gesteht sie. Für so viel „Selbstbewusstsein" hat die Jury kein Verständnis. Nicht nur Amin findet es „unprofessionell", dass sich Alena offenbar schon jetzt für das beste Model der Sendung hält. „Du hast nicht verstanden, worum es hier geht", knallt er ihr zum Abschied schroff vor den Latz.

Dieses Problem dürfte die zweite freiwillige Abgängerin der Model-Akademie mit dem Publikum teilen. Außer wirklich schönen Bildern von Geysiren, Wasserfällen, isländischer Wüste (mit schwarzem Sand!) und, natürlich, bildhübschen jungen Frauen lässt es „Million Dollar Shootingstar" an jeglicher Spannung vermissen. Erst wird geknipst, dann beurteilt, schließlich wieder geknipst und eine Teilnehmerin (Katharina) nach Hause geschickt. Zwischendurch gibt's das zu sehen, was zwangsläufig passiert, wenn ein Haufen Hühner rund um die Uhr aufeinander hockt: ganz viel Rumgezicke. „Irgendwann hast du keinen Bock mehr, den Mund zu halten", rechtfertig Julia eine in Szene gesetzte Lästerattacke auf Konkurrentin Nina. Und irgendwann hat man als Zuschauer keinen Bock mehr auf solchen Mädchenkram. An dem konnte man sich nämlich schon in zig anderen Model-Castingshows satt sehen.

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