„Rach, der Restauranttester”: „Üben, üben, üben“

Die Details im Szenario ändern sich zwar mit jeder Folge, im Großen und Ganzen besticht die aktuelle Staffel von „Rach, der Restauranttester" aber mit Regelmäßigkeit. Man nehme ein marodes Restaurant an einem idyllischen Fleckchen in der Provinz, nervenschwache Besitzer ohne Führungsqualität und Qualitätsanspruch und – ganz wichtig – eine Speisekarte, die vor Inspirationslosigkeit kaum zu retten ist. Schon ist das Buffet angerichtet für Christian Rach, den Rächer der Restaurant-Unkultur, den mutigen Tiefkühlkost-Tester, der sich nie zu schade ist, selbst mit anzupacken. Und so echot sein Schlachtruf durch die leeren Gaststuben: „Üben, üben, üben!“, diesmal durch die „Heimatstuben Schellerhau“ im Erzgebirge. Wirt Thomas Neumann ist am Ende seiner Kräfte.

Christian Rach nimmt Thomas und Cindy im ernsten Gespräch unter seine Fittiche (Bild: RTL)Christian Rach nimmt Thomas und Cindy im ernsten Gespräch unter seine Fittiche (Bild: RTL)


Die Trümmer einer schludrig aufgebauten Existenz

Er ist erst 21 Jahre alt, hat vor 2 Jahren den Traditionsladen übernommen, ohne zu wissen, wie man so etwas anpackt – und steht nun vor den Trümmern seiner Existenz. Mietschulden, eine chaotische Buchhaltung und natürlich die Küche, die mit austauschbarer Instant-Hausmannskost aufwartet, bereiten das wohlbekannte Aktionsfeld für Christian Rach, der freundlich-fordernd den Saustall ausmistet und den lahmen Losern die Köpfe wäscht. Thomas jedenfalls hat seinen Kopf schon lange in den Sand gesteckt: Er weiß nicht mal mehr genau, wie viele Schulden er eigentlich hat. Und nicht nur die haben sich angesammelt. Bei einer Bestandsaufnahme in der Küche zieht Christian Rach auch so manchen unhygienisch eingefrorenen Nahrungsmittelrest aus der Tiefkühltruhe.

So kann es nicht weitergehen! Bei einem Kochtest mit frischen Zutaten versagt der Herr des Hauses zwar nicht vollends, aber zeigt klare Defizite. Wenn nicht mal das Kartoffelpüree vernünftig zubereitet wird, muss Rach bei den Basics ansetzen – aber die Hoffnung stirbt zuletzt. „Der kleine Kindergarten muss ins Laufen kommen“, fordert der Sternekoch, und Thomas und seine Mitstreiter Cindy und Daniel legen sich von nun an so richtig ins Zeug. Mit einem kräftigen Motivationsschub ist es nach drei Wochen soweit: In der neu benannte „Jägerstube“ mit Hirschgeweih an der Fassade und einer wildreichen Speisekarte wird Neueröffnung gefeiert. Das lokale Publikum dankt es mit reichlich Zuspruch.

Der ewig gleiche Kampf gegen Würzfleisch und Schlemmerschnitzel

Auch Christian Rach schmeckt es, und er ist, nach langem Hoffen und Bangen, begeistert von der neuen Energie der blutjungen Gastronomen. Im Überschwang schenkt er Koch Thomas sogar seine zuvor als „Mahnmal“ an die Küchenwand platzierte Kochjacke. Für den Zuschauer stellt sich aber langsam die Frage: Wie lange hält dieses Erzählkonzept von der Restaurantrettung? Nach vielen Fernsehjahren mit Rach fehlen die skurrilen Ausgangssituationen, die spannenden Sonderfälle, die unkonventionellen Lösungen für neue Probleme. Denn der ewig gleiche Kampf gegen Schlemmerschnitzel und Würzfleisch, und das mit den ewig gleichen Mitteln, hat so langsam keine Würze mehr.

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